Medienmitteilung 12.08.2020 zu den Europäischen Tagen des Denkmals 2020

Lebensraum gestalten – Anbauen, Aufstocken, Neubauen in Dörfer und Städten

Nun steht es fest. Die Europäischen Tage des Denkmals vom 12. und 13. September 2020 finden statt. Die diesjährigen Denkmaltage laden unter dem Patronat von Bundesrat Alain Berset zur Debatte über «Weiterbauen - Verticalité - Costruire nel costruito - Construir en il construì» ein.

Die Denkmaltage 2020 greifen brandaktuelle Fragen aus der Debatte rund ums Verdichten auf. Sie gehen dem Interessenkonflikt zwischen dem Schutz des baukulturellen Erbes, den Bedürfnissen der Menschen und der inneren Verdichtung nach. Rund 300 kostenlose Führungen, Spaziergänge, Ateliers oder Gesprächsrunden stehen in der ganzen Schweiz zur Auswahl.

Baukulturelles Erbe und Verdichtung

10 Mio. Menschen werden gemäss Schätzungen 2045 in der Schweiz leben. Alle diese Menschen wollen wohnen, arbeiten und sich erholen. Ihr Bedürfnis nach Wohnfläche und Mobilität steigt kontinuierlich. Gleichzeitig soll dem Siedlungswachstum Einhalt geboten werden. Immer noch werden jeden Tag acht Fussballfelder verbaut. Statt «bauen auf der grünen Wiese» lauten die Zauberworte: Siedlungsentwicklung nach innen und vertikale Verdichtung. Damit sich die Menschen in einem verdichteten Umfeld wohl fühlen, muss mit hoher Qualität weitergebaut werden. Dazu gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit dem baukulturellen Erbe.

Bauen im Bestand mit hoher Qualität

Die Denkmaltage 2020 präsentieren Best-Practice-Beispiele zum Anbauen, Aufstocken, Transformieren, Neubauen. Sie führen zum Beispiel nach Aarau. Besuchende erfahren, wie sich die Stadt seit 800 Jahren aktuellen Herausforderungen stellt und sich das Verständnis der Altstadt wandelt. Die Denkmaltage zeigen, wie die Pfeifenfabrik in Kleinlützel neu als Kunstmanufaktur funktioniert, wie eine altehrwürdige «Casa» im Tessin durch den Architekten Luigi Snozzi zu frischem Leben erweckt wurde, oder wie Andermatt ein neues Ortsbild um einen historischen Dorfkern baut, welches Touristen aus aller Welt ansprechen soll. Die Denkmaltage gehen Fragen nach, die das Bauen im Bestand mit sich bringt – Sarnen, ebenso Ernen im Binntal illustrieren, wie erfolgreiche innere Verdichtung aussieht, und Allschwil beleuchtet die Rolle von ISOS  – dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung.

Die Denkmaltage bieten ein Fest für Gross und Klein: im römischen Gutshof Winkel-Seeb in Winterthur errichten Besuchende eine Bruchsteinmauer, Zug lädt zum Weiterbauen der Pfahlbauerhäuser ein, und in Cham erforschen Kinder in der Werkstatt, wie nachhaltige und sozial verantwortliche Architektur aussieht.

Die Veranstaltungen sind so gewählt und konzipiert, dass die Denkmaltage auch dieses Jahr eindrückliche Erlebnisse bieten. Ein angepasstes Programm und ein Schutzkonzept garantieren die Sicherheit der Teilnehmenden.Ob Bewohnerin, Enthusiast, Fachperson oder Neugierige: Alle sind eingeladen, auf den Glockenturm der St.-Nikolaus-Kathedrale Freiburgs zu steigen und die mittelalterliche Siedlungsstruktur zu betrachten. Oder einzutreten in die Baustelle des Schulhauses Röhrliberg in Cham, Verdichtung in den Höhen und Tiefen der Genfer Türme und Keller zu erleben oder im Film die alte Stahlgiesserei in Schaffhausen zu entdecken, wo ein neuer Stadtteil entsteht … und mitzudiskutieren.

Für Fragen, Informationen und Kontakte zu Ihrer Region:

Mila Trombitas, Co-Geschäftsführerin NIKE und Maria Christoffel, Kampagnenleitung Europäische Tage des Denkmals, 031 336 71 11, erreichbar von Montag bis Donnerstag, 9.00–11.30 Uhr und 14.00–16.30 Uhr.