Parkanlagen im öffentlichen Raum

Parkanlagen im öffentlichen Raum

Öffentliche Parkanlagen prägen das Erscheinungsbild von Städten und Dörfern massgeblich. Im Interview erläutert Giovanni Polti, worauf es bei der Gestaltung solcher Räume ankommt und weshalb sich Calanca-Gneis besonders gut eignet, um hochwertige Orte der Ruhe und des Zusammenkommens zu schaffen.

Interview mit Giovanni Polti (Alfredo Polti SA)

  • Was macht den anthrazitfarbenen Calanca Gneis zum begehrten Naturstein, wenn es um die Gestaltung öffentlicher Parkanlagen geht? Welche Vorteile bietet der Stein gegenüber anderen Materialien hinsichtlich Langlebigkeit, Ästhetik und Pflege?

Der anthrazitfarbene Calanca Gneis überzeugt durch seine aussergewöhnliche Kombination aus technischer Leistungsfähigkeit und zeitloser Ästhetik. Als sehr dichter und widerstandsfähiger Naturstein ist er besonders resistent gegenüber Witterungseinflüssen, Frost und mechanischer Beanspruchung – ein entscheidender Vorteil in stark frequentierten öffentlichen Anlagen. Im Vergleich zu vielen anderen Materialien zeichnet sich Calanca Gneis durch seine hohe Langlebigkeit aus. Gleichzeitig ist der Pflegeaufwand gering, da der Stein seine optischen Eigenschaften über viele Jahre hinweg nahezu unverändert beibehält. Auch gestalterisch bietet er grosse Vorteile: Der elegante anthrazitfarbene Ton wirkt ruhig und hochwertig und lässt sich sowohl in naturnahe als auch in moderne, urbane Parkkonzepte integrieren.

  • Welche Bearbeitungstechniken wenden Sie bei Calanca Gneis an, um massgefertigte Elemente wie Bänke, Brunnen oder Pfade für Parks zu realisieren?

Calanca Gneis lässt sich dank seiner homogenen Struktur präzise und vielseitig bearbeiten. Für massgeschneiderte Lösungen kommen sowohl moderne als auch traditionelle Bearbeitungstechniken zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem CNC-gestützte Bearbeitung für exakte Geometrien und individuelle Formen. Je nach Einsatzbereich werden unterschiedliche Oberflächenbearbeitungen angewendet: Naturgespaltene, geflammte oder gestockte Oberflächen sorgen für Rutschsicherheit bei Wegen und Plätzen, während geschliffene oder gebürstete Oberflächen bei Sitz- oder Gestaltungselementen eine angenehmere Haptik bieten. Diese Vielfalt ermöglicht es, funktionale Anforderungen und gestalterische Ansprüche optimal miteinander zu verbinden.

  • Inwiefern trägt die Nachhaltigkeit Ihres Steinbruchs im Calancatal zur Umweltverträglichkeit von Parkprojekten bei?

Die Nachhaltigkeit spielt bei der Gewinnung von Calanca Gneis eine zentrale Rolle. Der Abbau erfolgt im Einklang mit der natürlichen Umgebung und unter strengen Auflagen, um Eingriffe in die Landschaft möglichst gering zu halten. Ein wesentlicher Vorteil ist zudem die regionale Herkunft des Materials. Kurze Transportwege innerhalb der Schweiz und in angrenzende Regionen tragen erheblich zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei. Dazu unterstreicht die Zertifizierung der Stiftung Natur & Wirtschaft unser Engagement für biodiversitätsfördernde und nachhaltige Betriebsführung. Nicht zuletzt sorgt die aussergewöhnliche Langlebigkeit des Steins dafür, dass Ersatz- und Sanierungszyklen deutlich reduziert werden – ein wichtiger Beitrag zu nachhaltigen Bauprojekten im öffentlichen Raum.

  • Wie wirkt sich die besondere Ästhetik des Calanca Gneis auf die Raumgestaltung in öffentlichen Parks aus?

Die ästhetische Qualität von Calanca Gneis liegt in seiner natürlichen Struktur und dem charakteristischen Farbspiel im anthrazitfarbenen Spektrum. Diese verleiht Parkanlagen eine ruhige, hochwertige und zugleich authentische Ausstrahlung. Der Stein ermöglicht eine gestalterische Kontinuität zwischen verschiedenen Elementen wie Wegen, Sitzgelegenheiten und architektonischen Details. Gleichzeitig bildet er einen wirkungsvollen Kontrast zu Vegetation und Wasserflächen und hebt deren Farben und Strukturen hervor. So entstehen Räume, die sowohl funktional als auch atmosphärisch überzeugen und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

  • Können Sie Beispiele nennen, in denen Calanca Gneis in Parkanlagen eingesetzt wurde?

Calanca Gneis kommt in zahlreichen Projekten im öffentlichen Raum zum Einsatz. Besonders in städtischen Parkanlagen, bei Platzgestaltungen oder entlang von Uferpromenaden wird der Stein geschätzt. Ein Beispiel ist die Insel Mainau am Bodensee. Dort wurde Calanca Gneis in verschiedenen Bereichen der Parkgestaltung eingesetzt und trägt bis heute zur hochwertigen Ausführung der Anlage bei. Auch in der Stadt Illnau-Effretikon wurden diverse Elemente für den öffentlichen Raum und die Stadtgestaltung mit Calanca Gneis umgesetzt. Zur Ausgabe 2025 der renommierten Kunstausstellung CalancaBiennale haben wir auf dem Hauptplatz der Gemeinde Grono eine Arena aus Calanca Gneis realisiert, die als zentraler Ort für Begegnung, Veranstaltungen und künstlerischen Austausch diente.

 

Der nachhaltige Baustoff Naturstein hat Zukunft:

SuperHink - Student Edition
Wir freuen uns, mit Blick auf den nächsten SuperHink-Wettbewerb die neue Kategorie «SuperHink – Student Edition» für Nachwuchsarchitekt:innen anzukündigen. Mit diesem Preis fördern wir das kreative Potenzial der Studierenden und ermutigen sie, innovative, nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist die Beteiligung von Prof. Dr. Marc Angélil, Professor Emeritus für Architektur und Design an der ETH Zürich, sowie namhaften Architekten aus der Branche in der Jury, die die Qualität und Kreativität der eingereichten Arbeiten weiter steigern werden.

ETH-PROJEKT «Zweite Moderne»
Im Rahmen des ETH-Projekts «Zweite Moderne» an der Professur Mosayebi wird aktuell ein Entwurfskurs zu Naturstein als tragendes Baumaterial angeboten. Im aktuellen Kurs liegt der Fokus auf Sandstein und im nächsten Semester auf Granit und Gneis. Die Arbeiten der Studierenden werden auf der ETH-Website dokumentiert und bieten spannende Einblicke in die innovative Nutzung von Naturstein.