Renovationen und Sanierungen: Natursteinarchitektur als bleibender Wert.

Renovationen und Sanierungen: Natursteinarchitektur als bleibender Wert.

In der Schweiz fällt ab 2028 der Eigenmietwert. Jetzt lohnt sich das Renovieren für private Bauherren. Worauf es beim Renovieren und Sanieren von Gebäuden und im Aussenbereich ankommt, verraten unsere beiden Natursteinprofis Thomas Meier (Guber Natursteine AG) und André Schär (Carlo Bernasconi AG).  


Interview mit Thomas Meier (Guber Natursteine AG)  

  • Thomas Meier, welche Herausforderungen gibt es bei der Sanierung von Natursteinarchitektur im Aussenbereich

Die Herausforderungen sind vielfältig: Können die gleichen Natursteine wiederverwendet oder ergänzt werden? Ist der ursprünglich verbaute Naturstein noch erhältlich? Lassen sich die bestehenden Steine wiederverwenden, und wie wurden sie eingebaut (geklebt, mit Splittmörtel oder lose in Splitt)? Ist eine Aufbereitung der Steine im Werk möglich, um den aktuellen Standards zu entsprechen? Wie hoch sind die Kosten für die Aufbereitung und den Transport? Wie viel Ausschuss entsteht dabei? Und wie gross sind die Farb- und Strukturunterschiede innerhalb des gleichen Natursteins, sodass sie für den Kunden akzeptabel sind?
 

  • Wie beeinflusst die Materialwahl die Ästhetik und Funktionalität bei Aussenprojekten?

Die Ästhetik und Funktionalität können durch die Materialwahl unter Umständen stark beeinflusst werden. Helle Farben wirken freundlicher und heizen sich im Sommer weniger auf. Bei dunkleren Flächen sind Verfärbungen, Fleckenbildungen und Patina oft weniger sichtbar. Die Oberflächenbearbeitung der Natursteine hat einen grossen Einfluss auf ihre Nutzung, da die Rutschsicherheit bei Nässe, Schnee und Eis stark variieren kann. Unterschiedliche Bearbeitungen führen zu unterschiedlichen Griffigkeiten und somit zu unterschiedlichen Sicherheitsrisiken. Auch die Pflege und der Unterhalt sind sehr stark von der Materialwahl und von der Oberflächenbearbeitung abhängig.
 

  • Welche Bedeutung hat die versierte Ausführung bei Pflästerungsprojekten?

Die versierte Planung und Ausführung von Natursteinpflästerungen ist das A und O eines gelungenen Bauwerks. Es ist unbedingt anzustreben, dass solche Beläge nur von ausgewiesenen Fachleuten ausgeführt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Benutzung über mehrere Jahrzehnte sicher gewährleistet ist. Auch sollte bei grösseren Bauobjekten unbedingt eine neutrale Fachbauleitung hinzugezogen werden. Dies kann so mit Sicherheit zu einem gelungeneren Bauwerk beitragen. Weiter können durch eine fachgerechte Ausführung auch die Unterhaltskosten für den Bauherrn tiefer gehalten werden.

 

Interview mit André Schär, Steinmetzmeister (Carlo Bernasconi AG)  
 

  • André Schär, wie gehen Sie bei der Fassadenrestaurierung vor?

Eine Besichtigung vor Ort ist unerlässlich, um Schäden, Verwitterung und Zugänglichkeit zu beurteilen. Dabei bespreche ich mit dem Kunden seine Wünsche und Vorstellungen und erkläre, was technisch machbar ist. Auf Basis der festgestellten Schäden und des Gesprächs erstelle ich ein Angebot, das wir gemeinsam durchgehen. Nach Auftragserteilung folgt die Installation der Geräte und Hebevorrichtungen. Anschliessend beginnen wir mit dem Ausspitzen der schadhaften Bauteile, erstellen Stückzeichnungen und nehmen die Masse auf. Während die Produktion der neuen Werkstücke läuft, werden schadhafte Fugen und Mörtelflicke ausgehauen. Sind diese Arbeiten erledigt, wird die Fassade mit Wasser gereinigt. Danach beginnen die Mörtelarbeiten; parallel werden die neuen Steinteile versetzt. Zum Abschluss erfolgt eine gründliche Reinigung vor der Werksabnahme.  
 

  • Was sind die häufigsten Herausforderungen bei der Fassadenrenovation?

Natursteinfassaden zu sanieren ist anspruchsvoll. Oft treffen wir auf Schäden durch frühere, unfachmännische Eingriffe. Eine der grössten Herausforderungen für mich ist, wenn sich der Kunde bereits im Internet oder über nicht fachkundige Personen informiert hat und dabei fehlinformiert wurde, beispielsweise, dass man heute alles günstig aufmörteln könne. Das ist jedoch schlichtweg falsch, denn es gibt viele Bereiche, in denen ein Mörtel aufgrund der bestehenden Feuchtigkeit, Salzbelastung oder Bewitterung nicht möglich ist. Auch kann der Reprofilierungs-Mörtel keine statischen Funktionen übernehmen. Häufig müssen wir auch mit dem Vorurteil kämpfen, dass Naturstein zu schnell kaputtgeht und daher nicht langlebig ist. Dass die Gebäude jedoch meist 150 bis 600 Jahre alt sind, wird dabei nicht berücksichtigt. Wenn bei einem 300 Jahre alten Gebäude der dritte grössere Eingriff ansteht, ist das doch eine sehr wirtschaftliche Bilanz und erst noch äusserst ökologisch.
 

  • Was ist zu beachten, um die Lebensdauer einer Natursteinfassade zu verlängern und Schäden möglichst zu verhindern?

Arbeiten sollten ausschliesslich von Fachleuten ausgeführt werden, um teure Folgeschäden zu vermeiden. Wichtig ist ein stetiger Unterhalt. Ideal ist es, wenn man ungefähr alle fünf Jahre einen Steinmetz mit einer Fassadenkontrolle beauftragt. Das ist am Ende kostengünstiger, da grössere Folgeschäden vermieden werden können. So lassen sich Risse, offene Fugen oder rostende Eisenteile frühzeitig erkennen. Problematisch ist auch starkes Salzen im Sockelbereich im Winter. Viel Geld kann gespart werden, indem der Unterhalt der Fassade nicht zu lange hinausgezögert wird, da die Schäden sonst viel grösser und viel teurer werden.

 

Ihr Sanierungsprojekt am SuperHink?

Es geht wieder los. Ab Januar 2026 sind schon Anmeldungen für die Teilnahme am SuperHink 2027 möglich. 

 

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